© Andreas Schlager
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  • Weimarhalle

2. Sinfoniekonzert

Dirigent: Michael Boder

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 5 B-Dur WAB 105

 

Bruckners »Fünfte« ist in der Großartigkeit ihrer musikalischen Gestik, in ihrer raumgreifenden Selbstherrlichkeit wie auch in der puren Konsequenz ihrer kompositorischen Technik sicher das beeindruckendste Werk dieses selbstkritischen Eigenbrötlers – Musik, die auch die Hörer*innen mit Haut und Haar fordert, die uns gefangen nimmt, gelegentlich überrollt, um uns dann wieder in höchste himmlische Sphären zu heben. Bruckners Herkunft aus der Kirchenmusik spiegelt sich hier in der vielfachen Verwendung choralartiger Themen und im orgelähnlichen Einsatz des Orchesterapparats, den Bruckner meisterhaft zu »registrieren« verstand. Dramatische Ausbrüche stehen neben friedvoller Gesanglichkeit, heldenhafte Pose neben verzagtem Verklingen, kunstvoll im Kampf der Themen verdichtete Passagen neben walzerartiger Gelöstheit.

Kein Wunder angesichts solcher Komplexität, dass Bruckner einmal mehr große Probleme hatte, seine 5. Sinfonie »an den Mann« und zur Uraufführung zu bringen. Bereits 1875 in erster Fassung vollendet, erblickte sie erst 1894 in Graz (in einer überarbeiteten und gewissermaßen »entschärften« Fassung seines Schülers Franz Schalk) das Licht der Konzertbühne. Der Komponist war krank und konnte nicht dabei sein; er hat seine 5. Sinfonie, die er selbst als »Phantastische« titulierte, also nie live erlebt. Für die Nachwelt gilt sie als Bruckners »Glaubenssinfonie« oder als die »Katholische« – Bekenntnismusik zweifellos!

 

Öffentliche Generalprobe am Sonntag, 11 Uhr in der Weimarhalle
Karten: 12,00 Euro, limitiertes Kontingent

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So 16.10.2022 // 19.30 Uhr

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Mo 17.10.2022 // 19.30 Uhr

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