• Weimarhalle

3. Sonderkonzert

Dirigiert von Giedrė Šlekytė / Solist: Rebekka Hartmann (Violine)

Ludwig van Beethoven Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Francis Poulenc Sinfonietta FP 141

Beethovens einziges Violinkonzert ist längst ein unbestrittenes Highlight der Konzertliteratur. Wir erleben hier einen Beethoven der sensiblen, lyrischen Art, der sich spürbar mit dem gesanglichen Gestus des Soloinstruments identifiziert – nicht ohne natürlich dem Spieler auch Außerordentliches abzuverlangen. Dass das Werk mit dem damals verbreiteten Typus des Virtuosenkonzerts wenig zu tun hat, dass die Solovioline hier vielmehr als »Erste unter Gleichen« in engem Dialog mit dem Orchester auftritt, hat die Zeitgenossen zunächst einmal irritiert. Heute gilt Beethovens »demokratisches« Prinzip als wegweisend für das romantische Verständnis der Gattung Konzert.

Dass Musik des 20. Jahrhunderts im Klangbild durchaus klassisch, im Gestus und in der Farbigkeit dennoch modern daherkommen kann, beweist Francis Poulencs 1947 komponierte Sinfonietta. Der französische Vertreter der Neoklassik, dem man so manchen Eigensinn, nie aber die Missachtung des Publikumsgeschmacks nachsagen kann, macht hier seinem Vorbild Mozart alle Ehre, lässt zugleich aber auch Anklänge an Strawinsky oder Tschaikowsky aufblitzen, ohne dass dies je gewollt oder gar geklaut wirkte. Sehnsüchtige Melodien, burleske Rhythmen und französischer Esprit, gepaart mit den vertrauten Ausdrucksmitteln des klassischen Stils, machen die Sinfonietta zu einem humorvoll-spritzigen Werk.

 

ℹ️ Ein Beitrag über das gemeinsame Musizieren in Zeiten von Corona erschien in unserem unserem Theater- und Konzertmagazin »SCHAUPLATZ« (September bis November 2020), welches kostenlos in unserem Theater mitgenommen oder hier als PDF heruntergeladen werden kann.

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