© Marco Borggreve
© Marco Borggreve
  • Weimarhalle

Sinfoniekonzert

Dirigiert von Marc Albrecht / Solistin: Aga Mikolaj (Sopran)

Richard Strauss Vier letzte Lieder
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Die »Vier letzten Lieder« gelten als künstlerisches und ein Stück weit auch persönliches Vermächtnis des altersmilden Richard Strauss – Musik, aus der die Abgeklärtheit und Weisheit am Ende eines über 80-jährigen Künstlerlebens ebenso spricht wie die Trauer über Krieg und Verlust. Rückzug und Selbstbesinnung war die Konsequenz für Strauss, der die Lieder 1948 auf Gedichte von Hesse und Eichendorff komponierte und der dabei auf die eigene Komposition »Tod und Verklärung« sowie auf Brahms’ Requiem-Vertonung anspielt. Musik voller Hoffnung auf das Jenseits, erfüllt von dem Drang zu vergessen und einmal mehr einzutauchen in die Schönheit des Vergangenen.

Verklärung kann durchaus auch als Stichwort für Mahlers 5. Sinfonie gelten, in der er erstmals ganz auf einen liedhaften Bezug verzichtet und in der stattdessen Mahlers hingebungsvolle Beschäftigung mit Bachs »Kunst der Fuge« spürbar wird. Nach einem »geheimen Programm« sucht angesichts der eröffnenden Fanfare, bissiger Karikaturen und höchster emotionaler Verdichtung so manche Forscherin und so mancher Forscher noch heute. Das klangzauberische Adagietto, angeblich eine Liebeserklärung Mahlers an seine spätere Frau Alma, ist und bleibt das Herzstück des vielschichtigen Werks, das der Komponist selbst zweitweise ein »verfluchtes« nannte, weil niemand es verstand. Heute ist die »Fünfte« längst Kult. Musik, die keine Worte braucht.

Seite mit Freunden teilen