© Felix Broede
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  • Weimarhalle

Sinfoniekonzert

Dirigiert von Kahchun Wong / Solist: Stephen Hough (Klavier)

Felix Mendelssohn Bartholdy Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 »Italienische«
Johannes Brahms Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Dass Sinfonie und Solokonzert hier mal die Plätze tauschen, hat mit den unverwechselbaren Charakteren der beiden Werke zu tun: So ist Mendelssohns 4. Sinfonie der perfekte Opener, nimmt sie doch mit ihrem »sonnigen Gemüt« spontan für sich ein. Weite Teile dieses vor jugendlicher Lebenslust nur so sprühenden Werks sind tatsächlich während einer ausgedehnten Bildungsreise durch Italien entstanden, für die kein Geringerer als der gute alte Goethe seinem Freund Felix die besten Tipps mitgegeben hatte. Neben tönender Aufbruchsstimmung und dem sizilianisch gewürzten Saltarello-Finale verstand es dieser allerdings auch, ruhigere, ernste Momente einzubinden. Ein echter Meister, mit gerade einmal 24 Jahren!

Brahms’ 2. Klavierkonzert dagegen ist geprägt von geradezu sinfonischem Ernst. Die Art und Weise, wie hier Solo und Orchester im Dialog verwoben sind, wie Themen und Motive im gegenseitigen Austausch weitergesponnen werden, ist einzigartig. Dabei ist die Musik emotional packend, ohne sich je auf die pure pianistische »Show« einzulassen. Anstelle des konzertanten Wettstreits geht es hier vielmehr um das bereichernde Miteinander von Individuum und Gruppe. Brahms’ eigene Äußerung, er habe »ein ganz ein kleines Klavierkonzert geschrieben mit einem ganz kleinen zarten Scherzo«, gehört definitiv in die Kategorie des (für ihn typischen) Understatements. Herrlich intime, quasi kammermusikalische Passagen hat er dennoch auch in diesem kraftstrotzenden Werk nicht vergessen.

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