ENSEMBLE

Ragnhild Hemsing

Seit ihrer Kindheit ist die Geigerin und Hardangerfiedlerin Ragnhild Hemsing tief mit der reichen Volkstradition ihres Heimatlandes Norwegen verbunden. Dadurch gelingt es ihr auf einzigartige Weise die typischen Elemente der norwegischen Volksmusik und der klassischen Musik auf jugendliche, frische und vollkommen neue Weise erfolgreich miteinander zu verbinden.

1988 in Valdres geboren, begann Ragnhild Hemsing fünfjährig Geige und kurz darauf die traditionelle Hardangerfiedel zu spielen. Später studierte sie am Barratt Due Musikinstitut in Oslo und bei Professor Boris Kuschnir in Wien. Mit nur 14 Jahren debütierte Ragnhild sowohl beim Bergen Philharmonic Orchestra als auch beim Trondheim Symphony Orchestra mit Mendelssohns Violinkonzert. Seitdem hat sie sich eine internationale Karriere aufgebaut und der Hardangerfiedel auch außerhalb Norwegens zu Bekanntschaft verholfen.

Ragnhild Hemsings umfangreiches Repertoire an klassischen Solowerken für Violine und weniger bekannten, komplexen Werken für die Fiedel macht sie zu einer der vielseitigsten Musikerinnen unserer Zeit.

Ihr Album Røta (= Wurzeln) mit Werken klassischer norwegischer Komponisten und traditioneller Volksmusik für Geige und Hardangerfiedel erhielt hervorragende Kritiken. »Fast zu schön, um wahr zu sein«, urteilt der Journalist Stephan Bartels und Alain Steffen schreibt in pizzicato: »Ragnhild Hemsing spielt alle Stücke mit viel Liebe und Sorgfalt, technisch makellos, aber immer im Sinne eines traditionell norwegischen Geistes. Die Reinheit der Musik und die meditative Kraft, der Farbenreichtum und die kargen, aber warmen Seelenbilder stellen sich wie von selbst ein und bieten dem Hörer ein intensives und wirklich schönes Hörerlebnis [...].«

Die Saison 2021/22 führt Ragnhild Hemsing in ihrer Heimat zum Stavanger Kammermusikkfestival, ins Operahuset Nordfjord und das Kode Museum Bergen. Dort spielt sie u.a. mit Cellist Andreas Brantelid und Pianist Tor Espen Aspaas. Beim Peer Gynt Festival entsteht eine Dokumentation über ihr neues CD-Projekt: eine Aufnahme von Edvard Griegs berühmter Peer Gynt Suite mit den Trondheim Soloists. Das neu in Auftrag gegebene Arrangement für Violine und Hardangerfiedel von Tormod Tvete Vik wurde im Mai 2021 beim Bergen International Festival uraufgeführt und erscheint im Frühjahr 2022 beim Label Berlin Classics.

In Deutschland wird Ragnhild Hemsing auf einer nachgeholten Tour zu ihrem Album Røta mit ihren Kammermusikpartnern Benedict Kloeckner (Cello) und Mario Häring (Klavier) zu hören sein. Mit der Staatskapelle Weimar spielt sie in den Abonnementkonzerten, wo sie an einem Abend sowohl ein Violinkonzert als auch ein Konzert für die Hardangerfiedel präsentiert. Weitere Einladungen führen sie zum Göttinger Symphonieorchester, dem MDR Musiksommer und zu den Münchner Symphonikern, mit denen sie im Prinzregententheater und bei einem Gastspiel in Kempten auftritt. Zudem folgt Ragnhild Hemsing Einladungen zu den Festspielen Mecklenburg- Vorpommern und nach Estland zum Tallinn Chamber Orchestra. Anlässlich der Veröffentlichung ihrer Peer Gynt- CD gestaltet sie ein Releasekonzert in der Hamburger Elbphilharmonie.

Ihre Aufnahme von Halvorsens Fossegrimen op. 21 mit dem Bergen Philharmonic Orchestra und Neeme Järvi (Label: Chandos) erhielt von der internationalen Fachpresse großen Zuspruch. Seit dieser Aufnahme verbindet die beiden eine enge Zusammenarbeit. Neeme Järvi lud die junge Künstlerin unter anderem ein, im Februar 2012 beim Estonian National Symphony Orchestra zu debütieren. Auch Ragnhild Hemsings Alben Northern Timbre (Label: 2L) und YR mit Tor Espen Aspaas, stießen bei Presse und Publikum auf große positive Resonanz.

Die jüngste CD des Duos, Beethoven's Testaments (2L), erhielt begeisterte Kritiken. »Obwohl Beethoven auf viele Arten gespielt werden kann, muss ich einfach sagen, dass dies genau die Art ist, wie Beethoven gespielt werden sollte«, schrieb Magnus Andersson auf musikkritikk.no.

Wichtige Debüts der letzten Jahre umfassen u.a. Konzerte mit den Göteborger Symphonikern, der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem MRD-Sinfonieorchester (unter Kristjan Järvi), den Nürnberger Symphonikern, dem Philharmonischen Orchester Freiburg, dem Residenzorchester Den Haag, dem Philharmonischen Orchester Tampere (unter Santtu-Matias Rouvali), dem Belgischen Nationalorchester, den Düsseldorfer Sinfonikern, sowie Auftritte im Kennedy Center in Washington D.C., in der Tonhalle Düsseldorf, der Tonhalle Zürich, beim Beethovenfest Bonn, dem Risør Chamber Music Festival und bei den Schwetzinger SWR Festspielen und in der St. Petersburger Mariinsky Concert Hall.

Nach ihrem erfolgreichen Debüt beim Beethovenfest Bonn 2013 erhielt Ragnhild Hemsing den Beethoven-Ring, der vom Verein »Bürger für Beethoven« jährlich an eine*n Künstler*in des Beethovenfestes vergeben wird. 2018 wurde sie vom Art Council zum Mitglied der Expertengruppe für »touring activities« ernannt. Seit 2021 ist sie Beraterin des Nordic-Baltic Mobility Program for Culture.

2013 gründete Ragnhild Hemsing mit ihrer Schwester Eldbjørg Hemsing das »Hemsing Festival«, welches die beiden seitdem gemeinsam leiten. Das Kammermusikfestival findet jedes Jahr im Februar in ihrer Heimatstadt Aurdal/Valdres statt. 2021 wird das Festival nach seinem Ausfall im Februar im Oktober nachgeholt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.hemsingfestival.com.

Ragnhild Hemsing spielt auf einer von Francesco Ruggeri (Cremona, 1694) gebauten Violine und einer, zuvor vom »Paganini des Nordens« betitelten Violinisten und Komponisten Ole Bull (1810-1880) gespielten, Hardangerfiedel, beides großzügige Leihgaben der Stiftung Dextra Musica.

www.ragnhildhemsing.com